Mittelalterliche Festung

Es wird angenommen, dass die mittelalterliche Festung Waldenburgs (Wehr und Wachttürme, Bastionen, Tore und Pforten umgürtet von der Stadtmauer) zur Hohenstaufenzeit im 12. und 13. Jahrhundert entstand. Die meisten Menschen hatten und haben noch immer den Wunsch nach einem guten Leben, ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit, die der Waldenburger Bergrücken für die Anlage einer mittelalterlichen Festung hervorragend bot.
Erstmals tritt Waldenburg mit urkundlicher Erwähnung der Burg im Jahre 1253 ins Licht der Geschichte. Es entwickelte sich eine Burgsiedlung, die vielleicht noch im 13. Jahrhundert Stadtrechte erhielt, als Stadt wird sie erstmals 1330 genannt. Der Ortsname, von Wald und Berg abgeleitet, lautete damals "Waldenberc", dann 1275 "Waldenberg", 1330 "Waldemberch" und seit dem 15. Jahrhundert Waldenburg. Die Weiterentwicklung der Angriffswaffen bedingte auch immer wieder einen Umbau und eine Verstärkung der Verteidigungsanlagen. Zu dem wahrscheinlich im 12. Jahrhundert entstandenen Halsgraben um Theresienberg und Friedrichsberg, entstand so um 1400 ein zweiter Halsgraben. Zwischen beiden bildete sich ein starkes Bollwerk mit 8 m hoher Schildmauer - die Schanz. Den ganzen Bergrücken umspannt noch heute die durchschnittlich sechs Meter hohe bis zu 1,5 m starke Stadtmauer mit einer Länge von 965 m. An die Zeit der Hohenstaufen erinnern die Buckelquader des Hochwächterturms und des Burgfrieds sowie die Schildmauer der alten Burg, die im Siegelmuseum die Nordwand bildet.
Von den zahlreichen Wohnplätzen Waldenburgs waren Hohebuch (1357), Rebbigshof und -mühle "Versorgungsbetriebe" der Burg. Auch die Fasanenmühle könnte älteren Datums sein, allerdings unter anderem Namen. In Hanglage am Keuperanstieg befinden sich Buchhaus, Hohenau und Klingenhaus; wahrscheinlich wurden sie im Spätmittelalter oder in der Frühzeit als Viehhöfe angelegt. Das Fischhaus war der Sitz des für die in der Nähe von Hohebuch seit wenigstens dem 16. Jahrhundert betriebene Fischzucht zuständigen Fischmeisters. Der Streithof (Striethof); der Ort des früheren waldenburgerischen Spitals und die Ziegelhütte liegen bereits auf der Keuperhochfläche; sie werden mit der Stadt entstanden sein.
Laurach (1079 Liuraha, 1090 Lorecha, 1266 Lurach), Tommelhardt (1286 Tumbelhard) und Goldbach (1357 hof zu Golpach) entstanden wohl als Einzelhöfe im Wald des Keuperberglandes, wahrscheinlich im 11. Jahrhundert.
Die Neumühle wurde erst nach der Reformation im Gebiet des aufgehobenen Klosters Goldbach von der Herrschaft angelegt. Alle Wohnplätze der Gemeinde außer der Stadt selbst waren ursprünglich Einzelhöfe oder Mühlen; die eigentliche Stadt blieb bis tief ins 19. Jahrhundert auf die schon im Mittelalter überbaute Fläche beschränkt.
Zerstörung der ganzen Stadt

Nach Landesteilung von 1533 wird Waldenburg selbstständige Residenz, die Rolle einer "Veste", die seit dem Hochmittelalter zugewiesen war, wurde abgelöst. Während des 30jährigen Krieges (1618 - 1648) kam es zu vielen Besetzungen und Epidemien - wie die 1625 von fremden Truppen eingeschleppte Pest - brachen aus. Nach unglücklicher Schlacht 1634 bei Nördlingen häufte sich das Elend, das Städtchen war ohne militärischen Schutz. Recht und Ordnung herrschten nicht mehr in Waldenburg. Es blieben 640 Einwohner übrig, die mit eisernem Fleiß ihr Städtchen wieder aufbauten. Kaum hatte die Stadt sich erholt, begannen die Franzosen-Einfälle 1688. Bis Ende 1700 dauerte die Kriegsnot. Wieder unmittelbare Franzosengefahr drohte Ende des 18. Jahrhunderts in den Revolutionskriegen. 1813 verließen die letzten Franzosen die Gegend.
Das am tiefsten einschneidende Ereignis seiner ganzen Geschichte brachte Waldenburg das Jahr 1945. Durch die am 25. März beginnenden Kriegshandlungen wurde beinahe das ganze Städtchen zerstört. Am 13. April - nachmittags - begannen amerikanische Artillerieeinheiten Waldenburg 48 Stunden lang zu beschießen. Tagelang sah man über die ganze hohenlohische Ebene hinweg das brennende Waldenburg am Himmel stehen. Sofort begann man dann mit dem Wiederaufbau; Schwerpunkte bildeten hier das Schloss mit der katholischen Kirche, das Städtchen, eine Bauernsiedlung. Das Stadtbild sollte in mittelalterlicher Form erhalten bleiben, der mittelalterliche Mauerring noch stärker als in den verflossenen Jahrzehnten hervortreten. Die Häuser sollten aber gelockert gebaut werden, so dass man über die Mauern hinweg den Ausblick auf die fruchtbare Landschaft - goldene Kornfelder, weidendes Vieh und idyllische Weiler weithin bis zum Odenwald und der Frankenhöhe - genießen konnte und sich auch heute noch daran erfreuen kann.
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